Ahrenshoop Kindheitsort

Fotografie, ORTE

ORTE. maritim

Kindheitsort

Fotografien von Peter Paul Lorenz

Peter Paul Lorenz begibt sich mit seinem aktuellen Projekt auf Spurensuche und verknüpft neue Fotografien vom Fischland mit Erinnerungen an seinen Kindheitsort in der ehemaligen DDR.

Jeden Sommer machten wir einige Wochen Urlaub in Ahrenshoop, dem damaligen „Bad der Kulturschaffenden der DDR“. Mit dem Trabant fuhren wir zwei Stunden von Schwerin über die Landstraßen bis zum Fischland.

Urlaubsunterkünfte an der Ostsee waren rar und schwer zu bekommen, doch wir hatten Glück: Freunde meiner Eltern vermittelten uns dort eine Unterkunft in ihrem großen Elternhaus. Jeder kleinste Raum wurde vermietet: Hühnerstall, Kuhstall, Dachboden und Kellerzimmer. Wir bewohnten viele Jahre eine Kammer unterm Reetdach. Im Hof gab es eine Sommerküche: dort saß die gutgelaunte „Oma“ in ihrer Kittelschürze und kochte und backte. Der „Opa“ paffte an seiner Pfeife und brummte: „de Urlaubers nehmen mi de Ruh“.

Der Weg zum Strand war eine kleine Weltreise: erst 10 Minuten mit dem Auto, dann 30 Minuten zu Fuß durch den Darßer Wald, dann noch einmal 15 Minuten über den Sand, bis wir das beste Plätzchen am einsamen Weststrand erreichten.

Bei gutem Wetter konnten wir Dänemark sehen, für uns unerreichbar.

Die Fotografien wurden anlässlich des 30. Jahrestages der „Friedlichen Revolution in der DDR“ in einer Ausstellung präsentiert. Peter Paul Lorenz hinterfragt in diesem Projekt die eigene Idealisierung seines Kindheitsortes. Dabei sucht er nach Bildern, wie es früher einmal war, obwohl er weiß, dass es nicht mehr so ist.

Lautsprecher
Bunker
Angler

Die Serie war beim 15. Schömberger Fotoherbst 2019, Internationales Festival für serielle Reise- und Reportagefotografie, nominiert.